1. Einführung
Mit Hunden zu arbeiten versuche ich ein Leben lang. Sie sind einer der beiden schönen roten Fäden in meinem Leben. Die Hunde klein oder groß haben mir ständig geholfen - meist emotional - senkrecht zu bleiben und anderen Menschen eine Lebensperspektive zu schenken. Durch die Ergebnisse wurde ich selbst immer wieder beglückt, beschenkt und ermutigt weiter zu machen. Dadurch nehmen die Vierbeiner einen sehr hohen Stellenwert in meinem Lebenslauf ein.
Noch heute schlafen alle meine Hunde um mein Bett mit mir, sowohl nachts, als auch beim Mittagsschlaf. Darum merke ich sofort, wenn etwas nicht stimmt, sei es draußen oder auch bei jedem einzelnen Hund. Eine so enge Beziehung hat dabei schon so manchem Hund das Leben gerettet. Z.B. musste ich einmal nachts um 2 Uhr nach Rendsburg in die Tierklinik, weil einer der Hunde einen sehr dicken Bauch bekommen hatte und vor Schmerzen winselte. Oder eine hoch schwangere Hündin fing an sich zu übergeben und zitterte am ganzen Körper und kündigte mir an, dass es nun bald soweit sein wird. 12 Welpen kamen zur Welt.
Von Herzen empfundene und ausgedrückte Dankbarkeit ist eine Kostbarkeit, wodurch allen Beteiligten nochmals ein Stück Himmel entgegen kommt.
Dieser Artikel soll zu den Kostbarkeiten beitragen und so manchem Menschen auch die Schatzkiste der Erinnerungen öffnen und dazu helfen, die Geschenke derselben nicht zu vergessen und von Herzen dankbar zu sein bzw. zu werden.
Neuenkirchen im Januar 2012
2. Grundsätzliches
" Was sagt man?" fragte die Mutter den kleinen vierjährigen Sohn, nachdem er etwas von seiner Tante geschenkt bekommen hatte. Schon als kleines Kinder werden wir dazu erzogen, uns zu bedanken. Diese positive Handlungsweise ist nicht erst seit 100 Jahren bei uns beheimatet, sondern hat bereits viele tausende von Jahren auf dem Puckel.
In der Bibel werden wir immer wieder dazu aufgefordert, uns zu bedanken. Z.B. "Danket dem Herrn, denn seine Güte währet ewiglich" (Ps. 118 und Ps. 136), "wer's mit Dank annimmt, dem bringt es Nutzen" (Sir.20,3), "Wer Dank opfert, der preist mich" (Ps. 50,23. Vertont durch Johann Sebastian Bach in Cantata Nr. 17, BWV 17:Part. I), "Saget Dank für alles allezeit" (Eph. 5,20), "es sollen dir danken, HERR , alle deine Werke." Ps. 138,4), usw, usw. Einige hundert Mal werden wir in der Hl. Schrift dazu aufgefordert, uns zu bedanken.
Leider ist in den letzen Jahren diese Sitte mehr und mehr rückgängig, bis hin, dass sich immer mehr Menschen sehr selten bis gar nicht mehr bedanken. So mancher namhafter Ratgeber empfiehlt dem Geber dann, dem Beschenkten nichts mehr zu geben. Wenn so gar nichts zurück kommt und alles als Selbstverständlich angesehen wird, darf man getrost die Freigebigkeit streichen.
Ich frage jedoch: Wo bleibt die Liebe die oft gar nicht anders kann als dem Nächsten Wertachtung und Anerkennung durch ein mehr oder weniger großes Geschenk (als Gegenstand oder verbal) entgegen zu bringen?
Ein anderer mag einwenden, dass man dann ausgenutzt wird, wenn man weiter schenkt, denn eine Selbstverständlichkeit, selbst in unserem reichen Deutschland, ist dies sicher nicht.

Ist es nicht heute auch noch wichtig seinem Geschäftspartner mit Ehrerbietung und Freundlichkeit entgegen zu treten? Wer wird wohl im Leben weiter kommen, derjenige der alle Zuwendung als Selbstverständlich ansieht oder derjenige, der dem Gegenüber mit Wertschätzung und Dank begegnet?
Nicht nur 5 Sterne Hotels suchen Ihr Personal u.a. nach der Zuvorkommendheit und Freundlichkeit aus.
Psychologisch gesehen kann ganz schnell eine Win-Win-Situation durch Dankbarkeit entstehen, d.h. beide der Parteien haben das Gefühl bei Dankbarkeit, dass sie gehobener Stimmung sind und nicht einer der Verlierer und nur der andere der Gewinner. Beide sind Gewinner. Mit dem Herzen empfundener Dank tut beiden Seiten gut.
Oder: Dank ist vielfach nur eine Floskel. Man sagt "Danke" aus Anstand, aus Pflichtgefühl aufgrund von moralischem Druck, usw. Zunächst als Kleinkind ist das auch in Ordnung, denn das Kleinkind muss dies erst lernen. Später jedoch kann es das Wort "Danke" mit den Emotionen dazu verbinden.
Bei uns in Norddeutschland gibt es die Abqualifizierung des Dankes. Wenn einer etwas geschenkt bekommen hat und sich dafür bedankt, sagt sein Gegenüber: "dafür nicht" oder "das wäre aber nicht nötig gewesen" oder "oh, jetzt hast du dich aber in Unkosten gestürzt." Damit wird die Gabe des anderen zurück gewiesen. Für Beide schöner wäre ein von Herzen kommendes "Dankeschön" und die Aufmerksamkeit wird auf das Geschenk gelenkt.
Aller Dank, den ich in dieser Artikelserie ausspreche, gilt nicht nur dem Hund, sondern auch jeweils unserem Schöpfer, der uns die Hunde geschenkt hat. Ihn will ich in allererster Linie dadurch ehren.