Welpensozialisierung, eine Artikelserie von Barbara Puhl

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung
2. Grundlagen
3. praktische Auswirkungen für den Züchter
4. Konsequenzen: Züchter, kann das jeder sein? Körperliche -, nervliche -, geistige -, seelische- , finanzielle-, zeitliche- und räumliche Anforderungen
5. Qualitätsnachweise
6. Praktische Vorgehensweisen bei Sommer - oder Winterwürfen
7. Fazit für werdende Züchter und "alte Hasen",
8. Gewährleistungsgesetz und seine Umsetzung
9. Fazit für alle, die sich einen Welpen anschaffen

„Sonnenauf- oder Sonnuntergang in Büsum, das ist die Frage, auch im übertragenen Sinne?
„Sonnenauf- oder Sonnuntergang in Büsum, das ist die Frage, auch im übertragenen Sinne?

7. Fazit für werdende Züchter und "alte Hasen"

Um bei dem allgemeinen Welpenabsatzkampf die Nase vorne zu haben, kann man in der heutigen Zeit nur noch mit Qualität punkten, oder mit Masse und dadurch Billigstpreisen (Siehe Hundemafia, wo ein Welpe nur 20 Euro kostet, aber nicht sozialisiert wurde und meist krank ist.).

Leider bleiben immer mehr Züchter auf ihren reinrassigen Welpen sitzen. Manchmal sogar über ein halbes Jahr. Hätten Sie die Kraft z.B. alle 6 Welpen weiter zu sozialisieren und auszubilden? Die wenigsten Menschen haben dazu die Möglichkeit.

Sicher ist zunächst die Frage zu klären, für wen oder was Sie züchten wollen?

  • Was muss und was kann ich dafür an Geld bei der Welpenabgabe bekommen?
  • Langt das?
  • Habe ich nur Zeit für eine Hobbyzucht oder will ich das gewerblich machen?
  • Habe ich überhaupt die gesundheitlichen - körperlichen, nervlichen, geistige, seelische -, finanzielle und zeitliche Voraussetzungen dafür?
  • Außerdem ist zu fragen, ob ich entsprechende Räumlichkeiten besitze?
  • Wenn es soweit ist, kann ich auf entsprechende zuverlässige Menschen zurückgreifen, die mir unter Umständen helfen?
  • Wie sieht das mit den offiziellen Genehmigungen von den Ämtern und dem Zuchtverein aus?
  • Habe ich einen Tierarzt, der auch zu mir kommt?
  • Hat er ein transportables Röntgengerät?

Durch das Gewährleistungsgesetz (Siehe auch Kapitel 8: Gewährleistungsgesetz und seine Umsetzung) kommen ganz wesentliche Anforderungen auf den Züchter zu.

Selbst "alte Hasen" müssen sich neu orientieren und Zusatzleistungen erbringen. In vielen Fällen gibt es hier höhere Anforderungen, als bei den Menschen.

Ein Beispiel: Als Mensch dürfte ich nicht zur "Zucht" - wäre ich ein Hund - zugelassen werden, denn ich habe HD. Da es diese Selektion für Menschen nicht gibt, habe ich zwei Söhne, die wiederum jeweils zwei Kinder haben. So etwas wäre bei einer gut geführten und über das Vereinszuchtbuch laufenden Zucht nicht möglich.

Schon sehr viele Menschen dachten, dass man ja mal einen Wurf machen kann, um der lieben Kinder willen und sind dabei z.B. nervlich kräftig auf die Nase gefallen. Einen Wurf Hundewelpen groß zu ziehen ist nicht mal eben erledigt! Das kann man auch nicht mit "Links" machen, wenn man es verantwortungsvoll erledigen will.

Darum: Prüfe, wer sich mind. neu Wochen und mehr binden will! Sie haben die Verantwortung für die neuen Welpen, für das Muttertier, für die korrekte Unterbringung der Welpen während der Aufzucht und nach der Abgabe. D.h. auch, dass Sie sich den Welpenkäufer genau anschauen müssen. Mir ist es schon zwei Mal passiert, dass ein Sex-Shop einen Hund für entsprechende Tätigkeiten wollte, oder ein Bewerber wollte für sein exquisites Restaurant einen Hund zum verspeisen. Ganz zu schweigen von den Vivisektionszwecken (= Eingriff am lebenden Tier zu wissenschaftlichen Versuchszwecken.), wofür so mancher Hund gebraucht wird.

Es läuft alles darauf hinaus, dass Sie sich drei Fragen beantworten:

1. Was will ich?
2. Wie hoch ist der Preis, den ich dafür bezahlen muss?
3. Was kann ich?

  • Ist das alles deckungsgleich?
  • Muss ich irgendwo Abstriche machen und Kompromisse eingehen?
  • Darf ich das, will ich das, kann ich das?
  • Warum nicht?

Am besten Sie beantworten sich die Fragen schriftlich und bewahren sich den Zettel auf. So können Sie später einmal nachlesen, was für Sie die Beweggründe waren eine Zucht bzw. keine Zucht anzufangen.
Diese Ausarbeitung dürfte auch für Ihren Internetauftritt hilfreich sein.

Ihnen wünsche ich viel Erfolg mit sich selbst, mit den Hunden und bei den Menschen.