Welpenspiel und -Training für werdende Sozial-, Therapie- und Behindertenbegleithunde

Gliederung
1. Einführung
2. Welpenspielzeit bis zur Abgabe mit acht Wochen

3. Welpentraining bis zur Abgabe mit acht Wochen
4. Theoretische Grundlage eines effizienten Unterrichtes

5. Wie der Herr, so sein Gescherr
6. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr
7. Die räumlichen, äußeren Bedingungen

8. Voraussetzungen an einen Welpentrainer
9. Spielzeiten beim neuen Besitzer
10. Welpenspielstunden auf dem Hundeplatz
11. Welpentraining auf dem Hundeplatz
12. Welpentraining in Stadt und Land
13. Schlußwort

Welpenspielzeiten beim neuen Besitzer

9. Welpenspielzeiten beim neuen Besitzer

Grundsätzlich gilt: Spielen Sie selbst täglich mit dem Welpen und achten Sie darauf, daß Sie in jeder Phase dieses lustvollen Tuns „Chef“ bleiben!

Welpenspielzeit - die große Entdeckungstour
Welpenspielzeit - die große Entdeckungstour
Was riecht Frauchen heute so interessant !
Was riecht Frauchen heute so interessant !

Der Hund darf dabei nicht den Eindruck bekommen, daß er der Überlegene ist, sonst könnte er es auf das tägliche Leben übertragen , vor allem, wenn er eine dominante Veranlagung hat.

Um die Situation besser einschätzen zu können ist es nötig, daß der neue Besitzer die Hundekörpersprache kennt und recht zu deuten vermag. Zum Beispiel: Bleiben Sie immer einen Menschenkopf über dem Hund und wenn Sie liegen, lassen Sie nie den Hund über sich sein. Für den Vierbeiner bedeutet dies, daß Sie sich ihm gegenüber unterwerfen.

Exkurs: Aus diesem Grund ist es ratsam, den Hund nicht mit ins Bett zu nehmen. Er kann auch z.B. das Licht anmachen, wenn er neben dem Bett Platz genommen hat.

Der Familienneuling muß erst die Familienmitglieder kennenlernen. Dies ist durch das Spiel leicht möglich. Kinder sollten dabei allerdings immer unter Aufsicht sein.

Die Mensch-Hund-Sozialspiele sind besonders förderlich. Hier sei nur an das Ballspiel (reizt zudem die Apportierfreudigkeit beim Hund) und Verstecken (der Hund! muß suchen) erinnert oder auch an das Lauf-hinter-mir-her-Spiel (der Hund! soll hinter dem Menschen herlaufen, niemals umgekehrt!).

Zieh- und Zerrspiele mit Menschen sind für werdende Therapie- und Behindertenbegleithunde verboten. Sie würden später zu Schwierigkeiten beim Ablegen des Apportiergegenstandes führen.
Oder können Sie sich vorstellen, dass der Hund Ihnen eine Geldbörse appoertiert, diese aber nicht Ihnen entgültig in die Hand legt, sondern mit Ihnen daraus ein Zieh - und Zerrspiel macht? nicht wahr, dass würde niemanden gut gefallen. Daher: Wehret den Anfängen !

Müde vom Spiel
Müde vom Spiel

Legen Sie Ihren Hund nach dem Spiel ruhig auf den Rücken und halten Sie ihn fest, bis er sich entspannt, ergibt, unterordnet. Streicheln Sie ihn dabei. ( „Der Rudelführer bestimmt, wann das Spiel anfängt und aufhört“ ).

Liegt der Hund irgendwo , wo Sie durchlaufen wollen, machen Sie keinen Bogen um ihn herum. Schubsen Sie ihn mit dem Fuß kommentarlos leicht an: er wird dann aufstehen, sich wegtrollen und anderswo hinlegen. („ Alle Untergebenen erheben sich und machen Platz, wenn der Chef kommt“).

Am Abend scheuchen Sie den schlafbereiten Hund freundlich-bestimmt nochmals von seiner Lagerstätte weg und erlauben ihm anschließend mit einladender Geste und netten Worten, sein Körbchen wieder zu beziehen. („Der Chef bestimmt , wo die Untergebenen lagern dürfen“).

Ist die Welt herrlich im Herbst !
Ist die Welt herrlich im Herbst !

Schaffen Sie täglich mehrmals Augenkontakt mit dem Hund und belohnen Sie anfänglich auch einen ganz kurzen Blick des Hundes sofort. („ Den Rudelführer im Auge behalten“).

Da der Welpe nicht nur dann spielt, wenn der Mensch dazu in der Laune ist, sondern sich oft selbst beschäftigt, sollte dies durch entsprechende Anregungen gefördert werden. Hier bewirken die vertrauten Spielsachen , wie sie beim Züchter vorhanden waren, ein weiteres Lernspektrum.

Sobald der Welpe verläßlich hinter seinem neuen Herrchen in fremder Umgebung hinterherläuft, und sich in dem neuen zu Hause eingelebt hat , kann er zu den Spielstunden auf einen Hundeplatz gehen. Dies ist in der Regel nach ein bis zwei Wochen vom Abholtag an möglich.