Welpenspiel und -Training für werdende Sozial-, Therapie- und Behindertenbegleithunde

Gliederung
1. Einführung
2. Welpenspielzeit bis zur Abgabe mit acht Wochen

3. Welpentraining bis zur Abgabe mit acht Wochen
4. Theoretische Grundlage eines effizienten Unterrichtes

5. Wie der Herr, so sein Gescherr
6. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr
7. Die räumlichen, äußeren Bedingungen

8. Voraussetzungen an einen Welpentrainer
9. Spielzeiten beim neuen Besitzer
10. Welpenspielstunden auf dem Hundeplatz
11. Welpentraining auf dem Hundeplatz
12. Welpentraining in Stadt und Land
13. Schlußwort

Welpentraining in Stadt und Land

"Oney" auf einer Messe in Hamburg:
"Oney" auf einer Messe in Hamburg:

Welpentraining in Stadt und Land

Sozial-, Therapie und Behindertenbegleithunde sollen nicht nur auf dem Hundeplatz gehorchen, sondern überall, wo sich der Hundeführer mit Hund befindet. Darum ist es nötig, dass der Zweibeiner mit dem Vierbeiner täglich ausserhalb des Hundeplatzes übt. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ein Hund in der Stadt groß wird, oder auf dem Lande. Beide müssen u.a. zur Verkehrssicherheit erzogen werden.

Aus den o.g. Gründen halte ich es für unumgänglich, dass im normalen Kursprogramm diese Stadttrainings eingeflochten werden.

Hier einige praktische Vorschläge, wo und wozu man einen Trainingseinsatz starten kann:

- Wochenmarkt: tausenderlei Gerüche, Menschen und Tiere
 - Geh- und Radwege, Hauptstrassen mit Zebrastreifen und Ampelanlagen: Verkehrssicherheit
 - Bahnhof: Lärm, Quietschen von Rädern, Pfeifen, Gejauchze der Menschen, Gepäck etc.
 - Unterführungen: Schrägrampen, Treppen, hell und dunkles Licht, Widerhall.
 
 - Hafenbesuch: Wasser, Schiffe, Netze, Bojen, Touristen, Fischbuden, ungewohnte Gerüche etc.
 - Kirmesbesuch: laute Musik, Krach, viele Menschen, ungewohnte Gerüche, Gekreische etc.
 - Eisenbahn-, Schwebebahn-,Autobus- und/oder Schifffahrt: ungewohnte Fortbewegung. Diszipliniertes Benehmen
 - Geschäftsbesuch: bei Fuß gehen trotz verführerischer Auslagen in Schnauzenhöhe (vorher mit der Geschäftsleitung absprechen)
 - Einkaufswagen mit rappelnden und scheppernden Gegenständen
 - Ablegen vor dem Geschäft: Der Vierbeiner muss sich ruhig auf seinem Platz verhalten

Der Hund darf nicht alleine gelassen werden. Eine Person aus dem Kurs sollte in der Nähe bleibt, die Langfinger haben Konjunktur !

- Restaurant - und Kaffeebesuch: manierliches Benehmen, ohne Betteln, soll eingeübt werden. Dies eignet sich besonders als Kursabschluß.

Auch bei dem Stadttraining können theoretische Einheiten durchgenommen werden oder als Hausaufgabe aufgegeben werden: z.B. Streß bei Therapiehunden? Welche Streßanzeichen zeigt mein Hund?

Biggi "Bedrängtraining"
Biggi "Bedrängtraining"

Auf welche Weise schadet Streß meinem Vierbeiner ?

Da wir vorbildliche Hundeführer seine möchten, sollte jeder Kursteilnehmer Papiertaschentücher und Plastikbeutel/Papiertüten zur Aufnahme der Hinterlassenschaften seines Hundes mitführen!

13. Schlußwort

Nur ein Hund, der in seinem Menschenrudel richtig eingeordnet ist, kann seine Aufgabe als "Sozialhund" gut erfüllen. Er erkennt seinen Rudelführer als Chef an und hat es nicht nötig, durch aufsässiges, allzu selbstständiges Gebaren sich zu verteidigen oder hinaufzuarbeiten. Er kann es sich leisten, geduldig und freundlich zu sein. Er entscheidet in ungewohnten Situationen nicht nach dem Lust/Unlust Prinzip, sonder wartet die Anweisungen des Rudeloberen ab und führt diese vertrauensvoll aus.

Nach der Welpenschule schliesst sich die Junghundeausbildung an, die mit der Begleithundeprüfung abschliesst.

Ein wohlerzogener Hund ist für alle eine Wohltat; ein Hund, der darüber hinaus eine nützliche Arbeit für den Menschen leistet, eine Lebensmotivation.

"Oney" und "Scott" beim Altenheimtraining
"Oney" und "Scott" beim Altenheimtraining
Zur Belohnung gibt es einen Knochen: "Oney" in ihrem Vergnügen.
Zur Belohnung gibt es einen Knochen: "Oney" in ihrem Vergnügen.