Züchterglück

Inhaltsverzeichnis:
1. Die Auswahl des Deckrüden
2. Schwangerschaft
3. Geburt
4. Welpenkäuferauswahl
5. Praktikantinnen
6. Aufzucht und Training des Wurfes
7. Welpenkäufertreffen
8. E-Mails
9. Der Abgabetag
10. Und dann (Echos, Fragen, Welpen- und Käufertraining)
11. Begleit- und Verkehrshundeprüfung
12. Therapiehundeausbildung
13. Behindertenbegleithundeausbildung
14. Einsatzgebiete der Hunde dieses Wurfes
15. Erfahrungsberichte

Züchterglück - Praktikantinnen

Jährlich haben wir mehrere Praktikanten in Neuenkirchen vor Ort. Sie brauchen das Praktikum aus den unterschiedlichsten Gründen. Viele kommen von den Universitäten oder Hochschulen, um z.B. ein Arbeitspraktikum zu absolvieren oder ihre Diplomarbeit zu schreiben.

Andere möchten sich gerne austesten, ob es möglicherweise ein Beruf (Züchter oder/und Ausbilder für Therapie- und Behindertenbegleithunde) für sie werden könnte. Bisher bezahlte das Arbeitsamt entweder die Fahrtkosten oder die Unterbringungskosten. Arbeitslosigkeit ist Voraussetzung für diese Förderung.

Wieder andere schauen, ob es für sie eine Fortbildung werden kann, die ihnen im Berufsleben eine weitere Möglichkeit der Erweiterung der Angebotspalette im therapeutischen Bereich bietet.

 

Es ist auch eine Jahreszeitenfrage, denn es besteht ein großer Unterschied, ob eine Praktikantin in der Zeit eines Wurfes anwesend ist oder ob sie die Praktikumszeit ohne Welpen erlebt.

 

Wie wird man Praktikant bei uns?

1. Man muß sich mit den üblichen Bewerbungsunterlagen (Abgangsschulzeugnisse, Arbeitszeugnisse, Paßbild, polizeiliches Führungszeugnis, Lebenslauf und dem ausgefüllten Praktikantenfragebogen) schriftlich bewerben.

2. In der Regel wird dann ein möglicher Zeitraum von mind. 4 Wochen bis12 Monaten Praktikumszeit telefonisch abgesprochen, ehe dies ganz fest gemacht werden kann. Die ernsthaften Interessenten belaufen sich z.Zt. auf ca. dreißig schriftliche Bewerbungen zu einer Praktikumsstelle.

3. Der Bewerber erhält einen ausführlichen Fragebogen, den er umgehend ausgefüllt zurück schicken muß.

4. Bei Eignung wird der endgültige Zeitrahmen abgestimmt und festgemacht.

5. Meist findet vor der endgültigen Festlegung noch ein Vorstellungsgespräch vor Ort statt.

 

Was darf der Praktikant erwarten?

Der Praktikant ist unfallversichert und erhält auf seine fachspezifischen Fragen die entsprechende Wissensvermittlung und u.U. eine praktische Einführung bis hin zur selbständigen Arbeitserledigung. Einmal in der Woche besteht die Gelegenheit mit einem Hund einen eigenen Einsatz im Seniorenheim „Haus am Park“ in Heide durchziehen.

Er erhält je nach eigenen Fähigkeiten, Praktikumsausrichtung und Jahreszeit auf folgenden Gebieten eine Einweisung:

  • Hygiene
  • Hundepflege
  • Hundeausbildung und –training
  • Hundeausstellung
  • Medizinische Versorgung
  • Organisation
  • Büroarbeiten
  • Zucht in Theorie und Praxis
  • Therapieeinheiten mit Hund
    u.a.
Um so wenig wie möglich Fremdkeine in den Zwinger zu bringen, erhalten die Praktikantinnen von mir Kittel und Hose (original OP-Bekleidung). Die Sitzunterlage ist ebenfalls aus dem Krankenhausbereich: ein Antidequbitusfell
Um so wenig wie möglich Fremdkeine in den Zwinger zu bringen, erhalten die Praktikantinnen von mir Kittel und Hose (original OP-Bekleidung). Die Sitzunterlage ist ebenfalls aus dem Krankenhausbereich: ein Antidequbitusfell

Die Arbeitszeiten sind in der Regel von Montag bis Samstag von 9.00 – 12.00 und von 15.00 bis 19.00 Uhr. Wenn Welpen da sind, ist eine starke individuelle Regelung nötig, da diese nicht warten können, bis man u.U. erst um 15 Uhr die Mittagspause beendet hat. Würfe kommen meist in der Nacht und warten nicht, bis man gerade Arbeitszeit hat. Manchmal nehme ich Praktikanten mit auf Tour zu den verschiedensten Anlässen, z.B. Deckakte oder Trainingsbesuche. Auch da ist eine große Flexibilität gefragt.

Praktikanten erhalten bei uns kein Geld. Für das von uns vermittelte Wissen, Können und die Beratung erwarten wir als Gegenleistung die tätige Mitarbeit nach Anweisung auch einfacher Aufgabenerledigungen.

Ein Praktikum kann nicht ohne Führerschein Klasse III und ohne ein eigenes Auto durchgeführt werden, da wir keinerlei öffentliche Verkehrsmittel vor Ort haben.

Ein Arbeitszeugnis wird selbstverständlich ausgestellt.

Das Mindestalter der Praktikanten beträgt 18 Jahre. Ein Höchstalter gibt es nicht. Die älteste Praktikantin war bisher 63 Jahre alt.

Die vorhandene Dachgeschosswohnung kann gegen eine Kostenerstattung bewohnt werden. Sie wird an Nichtraucher und Selbstversorger abgegeben.

Da es in diesem Artikel um Zucht und Würfe geht, sei noch auf folgende Dinge hingewiesen:

Wenn Würfe da sind, gibt es wesentlich mehr zu tun, als wenn keine Welpen vor Ort zu betreuen, zu trainieren und zu versorgen sind. Die Beratungsspaziergänge entfallen meist, da wir voll auf von der Rasselbande beschäftigt werden.

Dazu kommt noch die Betreuung der Welpenkäufer, das Training der übrigen Hunde, sowie die normal anfallende Büroarbeit mit den Telefongesprächszeiten, den 22.000 Internetanfragen im Monat, den Bergen von Post, den unverhofft kommenden Besuchern usw. Hier sei auf den Praktikantenbericht von Frau Frauke Dinslaken hingewiesen unter: www.therapiehunde-deutschland.de unter der Rubrik: „Praktikumsbericht.“

In dieser Zeit lernen die Praktikanten am meisten, aber es ist auch eine ausgesprochen anstrengende Phase ihres Lebens. Darüber mehr im nächsten Kapitel.