Züchterglück

Inhaltsverzeichnis:
1. Die Auswahl des Deckrüden
2. Schwangerschaft
3. Geburt
4. Welpenkäuferauswahl
5. Praktikantinnen
6. Aufzucht und Training des Wurfes
7. Welpenkäufertreffen
8. E-Mails
9. Der Abgabetag
10. Und dann (Echos, Fragen, Welpen- und Käufertraining)
11. Begleit- und Verkehrshundeprüfung
12. Therapiehundeausbildung
13. Behindertenbegleithundeausbildung
14. Einsatzgebiete der Hunde dieses Wurfes
15. Erfahrungsberichte

Züchterglück - Und dann? (Echos, Fragen, Welpen- und Käufertraining)

Nach der Welpenübernahme sind die meisten Käufer mit dem Vierbeiner auf sich selbst gestellt. Sie fahren nach Hause und sind entzückt von dem Wuselknäuel, welches sie nun ihr Eigen nennen. Kaum jedoch, dass sie ihre gute Stube betreten und das allerliebste kleine Lebewesen einen entsprechend duftenden Haufen und einen kleinen See auf den guten Perser macht, sind die ent-täuschten Hundekäufer auf den Boden der Tatsachen gelandet. Was machen wir denn jetzt? Schließlich beginnt der Liebling der Familie die gesamte Batterie von „Ungezogenheiten „ abzuspulen. Herrchen und Frauchen sind genervt und die Kinder sind beglückt – sind sie schließlich nicht mehr die Einzigen, die den Unmut der Erwachsenen auf sich ziehen. Das Chaos hat seinen Anfang genommen. Also mal ehrlich: Herrchen hatte sich das s o nicht vorgestellt. Und Frauchen? Sie hatte es im Stillen befürchtet. Wie gut, dass man bei dem Hundezwinger von der Stellerburg Tag und Nacht anrufen kann, wenn Not am Mann ist.

Ein Spiel mit anderen Hunden ist wichtig
Ein Spiel mit anderen Hunden ist wichtig
"Ich kann und darf noch nicht so viel Laufen. Der Rollstuhl ist eine wunderbare Möglichkeit trotzdem, dabei zu sein!
"Ich kann und darf noch nicht so viel Laufen. Der Rollstuhl ist eine wunderbare Möglichkeit trotzdem, dabei zu sein!

Echos:

Schon abends klingelt das Telefon und die ersten Nachrichten über die verlaufene Fahrt zu den neuen Eigentümern trudeln ein. Der ein oder andere Welpe hatte sich bei der Autofahrt übergeben. Dies jedoch wußten die Käufer durch das Autofahrtraining vorher schon und haben sich darauf eingerichtet gehabt.

Der nächste Morgen bringt dann die Fortsetzung der Telefonate, wie die erste Nacht mit dem kleinen Neuling in der Wohnung gelaufen ist. Es ist weder für den Welpen leicht sich von jetzt auf gleich auf eine völlig neue Situation umzustellen, noch für den neuen Eigentümer. Beide müssen sich erst an die neuen Geräusche während des Schlafes gewöhnen.

Und dann die Sache mit dem nicht schnell genug aufgestandenen Herrchen. Schlaftrunken sucht man noch die Pantoffeln und schon hat der Welpe seinen Bach ins Schlafzimmer gemacht. Das war eine Lehre, denn für die nächste Nacht wird alles für den Fall der Fälle zurecht gelegt. (So konditioniert der Welpe bereits seinen neuen Besitzer!) Und es klappt. Stolz wie Oskar kann sich nun wieder jedermann ins Bett legen und weiter schlafen. Wenn die neuen Herrchen nach meinem Plan verfahren, dann sind sie innerhalb einer Woche durch und können anschließend wieder einen 6-8 Stunden Schlaf genießen.

Am anderen Ende der Telefonleitung heißt es trotzdem: „Wir sind ganz begeistert und die Kinder würden am liebsten im Körbchen mit dem Welpen zusammen schlafen.“

Im Laufe der Zeit erhalte ich nicht nur so manchen Anruf, sondern auch viele Briefe. Manche sind mit selbstgemalten Bildern von Kindern versehen. Diese Zeichnungen stellen in der Regel in irgend einer Weise den Hund da. Was mich jedes mal berührt: Kinderherzen sind dankbar, sofern sie es gelernt haben, dies auszudrücken. Erwachsene hingegen nehmen das Dargebotene meist als selbstverständlich hin.

Fragen:

Natürlich tauchen immer wieder Fragen auf, die von mir meist telefonisch oder per Email beantwortet werden. So seien hier nur einige aufgezeigt, die immer wieder gestellt werden.

 

Frage: Unser Welpe will immer nach der Pinkelpause nachts spielen. Was machen wir da?

Antwort: „Gute Nacht“ sagen und sofort das Licht löschen.

 

Frage: Wann soll er zu fressen bekommen? Während wir selbst essen, vorher oder nachher?

Anwort: In der Natur frißt immer zuerst der Rudelführer und dann die anderen. So auch jetzt. Sie sollten zu erst essen, wobei der Hund ruhig unter dem Tisch liegen kann. Nachdem Sie das Essen beendet haben, darf der Hund sein Fressen bekommen.

 

Frage: Bei den Spaziergängen freut sich unser Vierbeiner über jede Pfütze. Müssen wir ihn jedes mal in die Wanne stecken und mit Shampoo abwaschen?

Antwort: Nein, es langt ein abrubbeln mit einem saugfähigen Hundehandtuch. Mit Shampoo sollten sie ihn auch nur waschen, wenn es unbedingt nötig ist (z.B. wenn er sich in Kot gewälzt hat). Dazu wäre es sinnvoll, vom Tierarzt ein entsprechendes Mittel sich vorher zu besorgen.

 

Frage: unser Welpe erbricht sich bei jeder Autofahrt. Gibt es nicht sinnvoller Weise ein Mittel beim Tierarzt dagegen?

Antwort: Das sollten Sie sich bitte nicht besorgen, denn dann gewöhnt sich er Welpe daran und wird zeit seines Lebens mit dem Erbrechen Probleme haben. Fahren Sie statt dessen mind. 2 x in der Woche mit ihm Auto und das ein Jahr lang, dann hat er sich daran gewöhnt und wird sich nicht mehr übergeben.

 

Frage: Unser Hund freut sich über Buddeleien. Als Golden Retriever hat er schnell die Ohren dreckig. Wie bekomme ich diese wieder sauber?

Antwort: Es stimmt, dass die Ohren des Golden Retrievers eine gefährdete Stelle bedeuten, denn diese werden aufgrund der Schlappohren nicht so gut belüftet, wie z.B. die Ohren eines Schäferhundes. Bitte gehen sie so vor: Zunächst reinigen sie den Behang mit einem angefeuchteten Lappen von innen nach außen. Anschließend wäre der Einsatz von Wattestäbchen sinnvoll. Um in die tieferen Schichten vorzudringen gibt es gute Mittel vom Tierarzt. Sie werden als Flüssigkeit ins Ohr eingebracht und von außen verrieben. Durch das Kopfschütteln des Hundes fliegt der Rest hinaus.

 

Frage: Muß ich dem Hund die Krallen schneiden?

Antwort: Es kommt darauf an, ob er genug auf festem Untergrund läuft, so dass die Krallen sich von selbst abwetzen. Wenn Ihr Hund überwiegend auf weichem Grund (Erde, Gras, Waldboden, etc.) läuft, dann wäre es sinnvoll, die Kürzung in regelmäßigen Abständen vorzunehmen. Dies können sie in zweierlei Weise erledigen: Entweder mit einer Krallenzange oder mit einer Nagelfeile. Die Nägel dürfen nur bis kurz vor dem „Leben“ (das ist der schwarze Strich, den man bei hellen Nägeln in den Nägeln sieht) gekürzt werden. Wenn sie einmal in das „Leben“ geschnitten haben, wird sich der Hund von ihnen kaum noch mal die Krallen schneiden lassen. Sollten sie sich dies nicht zutrauen, überlassen sie diese Arbeit dem Tierarzt.

"ich mache mich so gerne dreckig"
"ich mache mich so gerne dreckig"
Wer wird gewinnen
Wer wird gewinnen
Massenveranstaltungstraining in Ruhpolding
Massenveranstaltungstraining in Ruhpolding

Welpen- und Käufertraining:

Allen Welpenkäufern biete ich ein Welpen- bzw. Käufertraining an, was einmal in der Woche stattfindet. Bevor die vollständige Durchimpfung stattgefunden hat, wird das Training auf dem bekannten Gelände abgehalten und dann geht es raus in Stadt und Land. Die Grundausbildung erfolgt in der Regel in einer Gruppe. Allerdings sind z.B. auch individuelle Trainings aufgrund von besonderen Behinderungen möglich.

Diese Trainings umfassen die Theorie und Praxis mit dem Hund. Oft erfolgt ein Trockentraining zuvor, damit der Hund nicht umsonst hin- und her gezerrt wird und somit jeder weiß, wie er was machen muß. Dabei spielt es eine große Rolle, dass das Herrchen dem lebendigen Hund gegenüber nicht unsicher ist, denn das überträgt sich zwangsläufig auf den Vierbeiner. Entweder nehmen wir ein Sitzkissen als Hundeersatz oder einen Stoffhund an und mit dem erst geübt wird. Schließlich soll der lebende Vierbeiner keine schlechten Erfahrungen machen, sondern sich an seinem Hundeführer erfolgreich und sicher orientieren können.

Bei diesen Treffen dürfen alle Teilnehmer ihre Fragen, die sie meist in der Woche aufgeschrieben haben, vortragen und bekommen eine ausführliche Beantwortung. So können alle mitlernen, denn es gibt keine dumme Frage. Dass jeder erst nach Hause fährt, wenn alle Unklarheiten geklärt sind, ist mir wichtig.

Das Training ist für alle Betroffenen von wöchentlichem Glück begleitet, wenn wieder eine neue Lerneinheit geschafft wurde. Aber nicht nur die Welpenkäufer, die Welpen selbst und ich freuen uns über die ständig weiter wachsende Palette des Könnens, sondern auch viele Zuschauer in der Stadt, in den Geschäften, in den Restaurants, in Bus und Bahn usw. bewundern die Fertigkeiten des Vierbeiners anerkennend, was wiederum dem Besitzer sehr gut tut. „Der gehorcht aber super“, „was haben sie dem denn ins Futter gegeben, dass der so mitarbeitet?“, „sagen sie, ich höre bei ihnen keinen lauten Ton und trotzdem pariert ihr Hund. Wie machen sie das?“, sind nur wenige verbale Aussagen von Passanten. Die meisten schauen nur bewundernd zu.

Positive Bestärkung ist unser Hauptarbeitsmittel. Solange z.B. das behinderte Kind das Gefühl hat: „Mein Hund und ich sind ein ganz tolles Team“ wird auch das Selbstwertgefühl des Kindes gesteigert und damit die Lust mit dem Hund zu arbeiten.

 

Das Ziel ist die Begleit- und Verkehrshundeprüfung mit anschließendem Therapiehundeseminar.

Vor jeder Lerneinheit heißt es erst einmal TOBEN. Viele haben eine lange Autofahrt hinter sich und sind glücklich, wieder die Geschwister zu sehen. Kaum dass sie von den Leinen sind, geht es auch schon los. Wime hat dabei den Vogel abgeschossen, denn sie springt aus dem Stand mehrmals in das Regenauffangbecken auf der Terrasse und ringelt sich hinein.

Was wird denn so gelernt?

Hier nur ein paar Dinge:

1. Die Grundkommandos mit Hör- und Sichtzeichen, damit auch das verbal sprachlose Kind mitreden kann. Die gesamte Familie wird mit lernen müssen, denn sonst spielt der Hund die Familienmitglieder gegeneinander aus.

2. Die umfassende Pflege des Hundes.

3. Die Fütterung des Hundes – wann ist z.B. der Hund zu dick, wann welches Futter, welche Leckereien, Zahnpflege durch entsprechende Kauartikel.

4. Impfen, Entwurmen, sonstige gesundheitliche Fürsorge

5. Versicherungen, Ämter und Behörden.

6. Konditionierung und was ich damit machen kann.

7. Spielen mit dem Vierbeiner.

8. Streßzeichen und Vermeidung von Überforderung des Welpen. Unterforderung.

9. Apportieren.

10. Sicheres Verhalten im Straßenverkehr, in der Stadt, auf dem Land, im Wasser und u.U. in der Luft (Flugzeugtraining). Sicheres Verhalten in jeder Situation, da die hundliche Orientierung am Hundeführer geschieht.

11. ... usw. Dieses Training hat viel Freiraum zum individuellen Lernen, so dass auch jeder auf seine Kosten kommt.

"Wime von der Stellerburg" - eine zufriedene Hündin
"Wime von der Stellerburg" - eine zufriedene Hündin