Züchterglück

Inhaltsverzeichnis:
1. Die Auswahl des Deckrüden
2. Schwangerschaft
3. Geburt
4. Welpenkäuferauswahl
5. Praktikantinnen
6. Aufzucht und Training des Wurfes
7. Welpenkäufertreffen
8. E-Mails
9. Der Abgabetag
10. Und dann (Echos, Fragen, Welpen- und Käufertraining)
11. Begleit- und Verkehrshundeprüfung
12. Therapiehundeausbildung
13. Behindertenbegleithundeausbildung
14. Einsatzgebiete der Hunde dieses Wurfes
15. Erfahrungsberichte

Züchterglück - Welpenkäufertreffen

Der Zweck und das Ziel dieser Treffen war es einerseits, den Welpen zu helfen die spätere Trennung von den Geschwistern, von „Tove von der Stellerburg“ und von mir zu erleichtern und andererseits den Käufern, die überwiegend Hundeerstbesitzer sein würden, eine grundlegende Ein- bzw. Hinführung in das gemeinsame Miteinander zu geben.

So schrieb ich per E-Mail an alle zukünftigen Eigentümer am 5.7.2002:

„ Heute ist schönes, trockenes Wetter und die Welpen werden heute zum ersten mal ins Freie gehen. Sie haben einen sauberen Sand in ihrem Welpenauslauf, einige dicke Steine, zwei Tunnel, einige Holzplatten und eine dick verzweigte Baumwurzel. Ansonsten sind sie darin vor Wind und Einblicke geschützt.

Hier die gedachten Programmpunkte für die einzelnen Welpenkäufertreffen am 7.,14.,21. und 28.7.2002 jeweils um 16 Uhr:

7.7. Kennenlernen untereinander und der Welpen, ausgiebiges Schmusen mit den kleinen Vierbeinern (damit der Geruch des neuen Besitzers dem jeweiligen Welpen vertraut wird).

Miterleben einer Mahlzeit mit Trockenfutter und der Mutterhündin.

Die Grundausstattung.

Das Tragen / Halten von Welpen.

Fragen sind erwünscht. Wenn Ihnen jetzt bereits etwas einfällt, dann notieren Sie sich dies bitte, damit Sie es dann nicht vergessen haben (geht mir oft so!)

14.7. Konditionieren: was ist das, wie mache ich das, wozu ist das nötig?

21.7. Welpenautofahrtraining mit jedem Käufer und seinem Auto.

28.7. Wir fahren gemeinsam ins Altenheim mit den Welpen. Gewöhnung an die Außenwelt mit Akzeptanzschlafen der Welpen.“

Diese Schlafstellung von "Anton von der Stellerburg" signalisiert Vertrauen, denn er hält seine Kehle offen hin.
Diese Schlafstellung von "Anton von der Stellerburg" signalisiert Vertrauen, denn er hält seine Kehle offen hin.
Der Ausgang vom Welpenauslauf zum erweiterten Gelände.
Der Ausgang vom Welpenauslauf zum erweiterten Gelände.

Das Treffen am 7.7.2002
Am 6.7.2002 mailte ich:

„das hätten Sie sehen sollen! Was für ein Jubel bei Mutter und Kindern! Eine räumliche Erweiterung ins Freie war der Hit des Tages. Tove hat ihren Kindern sofort gezeigt, wo’s lang geht und mit ihren Vierbeinern getobt. Besonders hervorgetan hat sich natürlich Ronjo. Wie ein Bergsteiger ist er rauf und runter geklettert – über Mama und Sand, über Steine und Baumwurzeln. Er war auch wieder mal der erste Welpe, der sich getraut hat über die Schwelle vom Innenraum in den Außenzwinger zu klettern.

Die Pendelklappe bleibt jetzt Tag und Nacht offen, damit auch nachts die Geschäfte draußen erledigt werden können. Die meisten Welpen hatten das auch schon kapiert. Es war heute Morgen nur ein einziges Häufchen im Innenbereich. Alle anderen hatten bereits draußen gemacht. Auch wenn es regnet ist das durchaus möglich, denn ich habe zu ¾ den Außenbereich mit einer durchsichtigen Plane überdacht. Gepinkelt wird nach wie vor fleißig überwiegend drinnen. Aber auch das wird sich geben.

Die Fütterungszeiten sind inzwischen: 6 – 12 – 18 – 24 Uhr.

Einer von Ihnen fragte nach, ob er kommen darf, da er und seine Familie erkältet ist?

Antwort: Ja, Sie dürfen, aber nur unter folgenden Bedingungen: Für die komplette Familie ist vorher ein med. Mundschutz in der Apotheke zu besorgen (besser mehrere pro Person, denn die werden Sie auch später nutzen können). Die Keime und Viren der Grippe stecken nicht nur uns Menschen an, sondern auch die Hunde, erst recht die Welpen, die noch nicht ein voll entwickeltes Immunsystem haben. Dass Sie sich dann besonders gründlich desinfizieren müssen, ist selbstverständlich.

Hanna beschnuppert Frauchen sehr interessiert..
Hanna beschnuppert Frauchen sehr interessiert..

So bin ich auch schon beim Sonntag, wenn Sie kommen. Da Sie nicht alle zur selben Zeit hier sind und ich nicht alles jedes mal jedem Einzelnen erzählen und erklären kann, schreibe ich Ihnen wie was abläuft. Schließlich kann ich nur an einer Stelle sein und meine Praktikantin an einer anderen.

1. Im großen Wohnflur liegen grüne OP-Oberbekleidungsgegenstände. Sie können sich im Wohnzimmer, in der Küche und im Bad umziehen. Die Hosengrößen stehen auf den Gesäßtaschen ( II – V ) und die Kasakgrößen im Kragen ( II – V ). Sofern Sie kurzärmelige und kurzhosige Oberbekleidung vorher tragen, können Sie diese u.U. darunter behalten. Es darf nichts an Kleidung von Ihnen unter den grünen OP-Sachen hervorluken. Ansonsten ziehen Sie bitte Ihre Oberbekleidung aus und dann die OP-Sachen an. Die Strümpfe behalten Sie an und nehmen Ihre ausgekochten bitte mit in den Aufenthaltsraum, wo Sie diese dann darüber ziehen.

2. Anschließend soll sich jeder von Ihnen einer Desinfektion unterziehen. Entweder im Badezimmer oder in der Küche. Dies geht folgendermaßen vor sich:“...

3. „Wenn Sie fertig umgezogen und desinfiziert sind, kommen Sie bitte über den Garten in den hinteren Gartenbereich, wo Sie einen Flachbau sehen. Dort befindet sich eine Tür, durch die Sie bitte eintreten. Links ist ein großer, hergerichteter Innenzwinger, in dem wir uns alle versammeln. Auf dem Boden habe ich bereits für jeden von Ihnen Antidequbitusfelle ausgelegt.

4. Nachdem Sie eingetreten sind, ziehen Sie bitte Ihre Schuhe aus und Ihre mitgebrachten, ausgekochten Strümpfe an. Dann kommen Sie bitte in den Zwinger und suchen sich einen angenehmen Platz. Sie müssen auf dem Boden sitzen. Halten Sie Ihre Kinder an unbedingt dort sitzen zu bleiben. Es ist leider schon zu viel passiert, weil irgendein Mensch nicht sitzen geblieben ist und auf einen Welpen – unabsichtlich – trat. Es will ja keiner den kleinen Vierbeinern Schaden zufügen, doch diese wuseln so schnell und sind so klein, dass
s e h r  s c h n e l l was passiert ist.

5. Wenn Sie alle sitzen, werde ich die Welpen holen und jeder kann mit seinem Vierbeiner schmusen und ihn in der Welpenschar beobachten. Irgendwann, wenn die Welpen schlafen, werde ich Ihnen etwas über die Grundausstattung erzählen, können Sie die bestellten Felle, Futter und die Leine bekommen. Dazu bringen Sie bitte Geld mit, welches Sie nach der ganzen Aktion draußen bezahlen. Beim Welpenschlaf ist auch Zeit für Ihre vielen Fragen.

6. Die Welpen werden gegen 17.30 Uhr mit Trockenfutter gefüttert und anschließend von der Mutter gesäugt. Das ganze dauert ca. eine ¾ Stunde, so dass wir mit einem Ende des Treffens um ca. 18.15 –18.30 Uhr rechnen können.“

Ronsjos neue Besitzer im Innenbereich auf dem Boden.
Ronsjos neue Besitzer im Innenbereich auf dem Boden.
Selina ist glücklich. Der Papa hält sie mit seinem Körper in der Sitzposition.
Selina ist glücklich. Der Papa hält sie mit seinem Körper in der Sitzposition.

Am 8.7. schrieb ich per E-Mail an jeden Welpenkäufer, damit alle auf dem selben Wissensstand gehalten werden konnten, folgendes:

„für die, die gestern dabei waren eine kurze Zusammenfassung und für die, die nicht dabei waren eine „ Betriebsanleitung“:

Das Halten und Tragen des Welpen: Dreifingergriff (Kopf, 2 x die Achseln) und Pounterstützung.

Spielzeug: Nylon, ohne Quitschteil, auskochbarer Tampen aus Baumwolle (Knuddel genannt).

Halsbänder: so breit wie möglich aus Nylon (waschbar, leicht), verstellbar. Keine Stachelhalsbänder (verboten!). Evtl. Lederhalsband für sonntags (nicht zur Schlammschlacht oder fürs Wasser geeignet).

Leinen: aus Nylon (leicht) und Langlaufleine.

Bürsten und Kämme: wie demonstriert.

Näpfe: 2 Stück aus Edelstahl und Autowassernapf.

Hundekorb: nicht nötig, dafür Antidequbitusfelle (auskochbar, nicht sperrig)...

Auch ein Spielzeug?
Auch ein Spielzeug?

Neuigkeiten von den Welpen:

Wikke und Wime machen komplett ihr Geschäft im Außenbereich. Die anderen erledigen ihren Pinkel im Innenzwinger. ...

Tove ist eine super liebe Mama, wovon Sie sich, die Sie hier waren, überzeugen konnten. Die Welpen haben ihr ordentlich zugesetzt – ohne Rücksicht auf Verluste – und sie dabei an mehreren Stellen verletzt. So waren wir gestern Abend noch bei Dr. Schmitt, der sie gründlich versorgt hat. Tove ist eine unendlich geduldige Hundemama.

Die Nacht verlief ruhig und alle haben geschlafen von 1.00 bis 6.00 Uhr. Das tat gut!“

 

Treffen am 14.7.

Das Treffen am 14.7. wurde von mir mit folgenden E-Mails begleitet:

13.7.: „...Morgen wollen wir, wenn das Wetter es zuläßt, im Außenzwinger uns aufhalten. So können Sie beobachten, wie Ihr Liebling sich im fremden Gelände verhält. Wenn Sie hier ankommen bitte ich Sie Ihre Hände und Arme gründlich zu waschen (WC oder Küche), zu desinfizieren und danach super gründlich mit klarem Wasser nachzuspülen. Bitte alle Ringe, Uhren etc. vorher abziehen und nicht wieder anziehen. Wenn ein Welpe Sie ableckt, dann darf nicht ein Rest von dem Desinfektionsmittel vorhanden sein. (Fingernägel bitte nicht vergessen zu spülen! Auch davon kann – bei Nichtbeachtung – Durchfall entstehen)...

Es ist gar nicht so einfach mit einem Winzling Kontakt zu schliessen, wenn man vorher noch nie Hunde hatte.
Es ist gar nicht so einfach mit einem Winzling Kontakt zu schliessen, wenn man vorher noch nie Hunde hatte.
Ehepaar Dethlefs
Ehepaar Dethlefs
Fütterungszeit
Fütterungszeit

Tove stillt langsam ab und das heißt, dass die Welpen vermehrt Trockenfutter fressen. Wie man an Anton sieht (fast täglich bekamen die Welpenkäufer die neueste Wiegeliste), heißt das auch, dass die Welpen nun rasend zunehmen. Tove selbst kann die vielen Verletzungen, die ihr von den Welpenkrallen zugefügt werden, während des Saugens, kaum noch ertragen. Die Fütterungszeiten für das Trockenfutter: 6.30 Uhr, 14 Uhr und 21 Uhr.

Die Fütterungszeiten für die Muttermilch: 7 Uhr und dann, wann die Mutter das will bzw. die Welpen eine Zitze erhaschen. In den Wachzeiten wird von den Vierbeinern getobt, Zeitungspapier aus dem Innenzwinger in den Außenbereich gezerrt, Musik gehört, gekuschelt mit den Geschwistern und dem Züchter,

Geschicklichkeitstraining bezüglich der Sandkuhlen vollzogen, an allem und jedem geknabbert (super spitze Zähne lassen grüßen!) bis z.B. das Lebewesen quietscht. Das ist das Zeichen, dass der Welpe aufzuhören hat. Alle Sinne werden geübt und dabei geht es manchmal recht rauh zu.

Um den Freßneid nicht unnötig einreißen zu lassen, bekommt jeder Welpe seinen eigenen Napf. Leider gibt es immer wieder Kandidaten, die meinen, dass es beim Nachbarn besser schmeckt und machen ihm dann seine Schüssel streitig. Wer schlau ist, geht dem aus dem Weg und dann seinerseits zu dem Freßnapf seines Nachbarn.“

Mail am 16.7.:

„...heute ist Wurfabnahme und dazu brauchen wir erneut das Gewicht der kleinen Vierbeiner. Der Tierarzt kommt, untersucht alle, stellt den Wurfabnahmeschein aus und beurteilt darin die Zucht – optisch, gesundheitlich, wesensmäßig, hygienisch.

Hier die aktuellen Gewichtsdaten:

Beim Welpenkäufertreff durften die Welpen zum ersten mal in ihrem Leben ihren Aktionskreis räumlich gewaltig erweitern und von dem kleinen Welpenauslauf in den größten Zwinger.

Wenzel-Ronjo 3700 g (hatte am 14.7. den Freigang verschlafen).

Wide-Hanna 3460 g (sie erkundete sehr neugierig die große Freiheit)

Wilkin-Nelly 3850 g (am 14.7. als zweite in die „Freiheit“ gelaufen)

Walty-Napoleon 4080 g (entdeckte das Bullauge der laufenden Waschmaschine und mußte es sofort allen erzählen)

Wime 3360 g (als einzige hat sie sich nicht raus getraut am 14.7., später allerdings lachte der Übermut aus ihren Augen und sie nutzte die gesamte Fläche.

Warner-Anton 4270 g (am 14.7.: mir gehört die Welt!)

Wikke 4060 g (am 14.7. als erste in die „Freiheit“ gelaufen)

Kurze Zusammenfassung der Infos vom 14.7.:

Konditionieren unserer Vierbeiner mit hoher Quitschestimme und Leckerchen. Wir haben „Sitz“ und „Platz“-Lernen mit Leckerchen gezeigt und sind die Hör- und Sichtzeichen durchgegangen...

Ein Selbsterfahrungsspiel sollte zeigen, wie die Konditionierung von statten geht: Es kommt auf den punktgenauen Zeitpunkt an, wo das Wörtchen „FEIN“ dem Hund anzeigt, dass das genau das Richtige war.

Die kleine „Knochenschau“ machte anschaulich, in welchem Zeitraum der Hund welche Knochenart gut gebrauchen kann.

Den Welpen bitte nicht immer an der gleichen Stelle streicheln, denn das tut ihm im Laufe der Zeit weh.

Den Welpen bitte nicht quer über die Beine schlafen lassen, denn sein Rücken hängt durch und dann kann er nicht richtig atmen. Besser ist es, den Welpen parallel zu den Beinen zu legen, wenn Sie auf dem Boden sitzen. Dann hat er eine kuschelige Rille, streckt sich lang und alle Organe werden optimal mit sauerstoffreichem Blut versorgt.

Die Welpen hatten einen Schlaf-Wach-Rhythmus von z.Zt. etwa 20 Minuten. Wenn Welpen über diese natürliche Zeit wach gehalten werden, und das mehrmals, werden die Vierbeiner nervös. Diese 20 Minuten werden auf etwa ½ bis 2/3 Stunde bei Abgabe ausgedehnt sein (je nach Temperament). Bitte achten Sie darauf, dass Ihr Hund genug Schlaf bekommt. Kinder dürfen dann auf keinen Fall den Welpen stören.

In diesem Zwinger gibt es viele verschiedene Böden und wenn es etwas regnet, ist es hier schön trocken.
In diesem Zwinger gibt es viele verschiedene Böden und wenn es etwas regnet, ist es hier schön trocken.
Eine glückliche Frau Darius mit "Hanna"
Eine glückliche Frau Darius mit "Hanna"

Das nächste Welpenkäufertreffen steht ganz in der Erfahrung des Autofahrtrainings. Hierzu bringen Sie bitte jeder ein ausgekochtes Fell und Ihr Auto mit. Im Auto sind total andere elektrostatische Bedingungen als in der freien Natur und das beinhaltet, dass so mancher Welpe sich bei der Autofahrt übergibt. Damit das nicht passiert, dazu möchte ich Sie anleiten bzw. wenn es passiert, einweisen, wie was dann gehändelt wird, damit nach spätestens einem Jahr das Autofahren für alle Beteiligten ohne Probleme abgeht.“

Treffen am 21.7.

Mail vom 23.7.:

„hier wieder in Kurzfassung der Inhalt des Treffens:

Gitterkennel: hiermit kann man den Welpen nachts gut sauber bekommen, da er nicht in seine Höhle macht. Dazu ist es notwendig, diesen Kennel neben das eigene Bett zu stellen und die Sauberkeitserziehung wie beschrieben zu betreibt. Dann sind Sie in etwa einer Woche durch.

Keiner der Welpen macht mehr in den Innenzwinger sein großes Geschäft. Zwei haben es bis heute für nötig angesehen, innen noch auf Zeitungspapier zu pinkeln. Das Papier wurde heute entfernt, so dass ich davon ausgehe, dass auch die beiden sich nach draußen bequemen.

Küchentraining: Alle Geräusche der Wohnung und des Büros sollen die Welpen mitbekommen. So habe ich einen Küchenkennel in der Ecke errichtet, wo vorher die Wurfkiste stand. Dadurch ist es möglich, dass die Welpen mich sehen, hören und auch riechen können.

Autofahrtraining: Alle getestete Welpen haben den ersten und zweiten Gang sehr gut überstanden. Alle getesteten Welpen wurden beim dritten Gang zumindestens unruhig. Drei von ihnen bekamen deutliche Anzeichen von „mir ist schlecht“ (Hecheln, Gähnen, Schleckern), aber keiner hat sich auf der kurzen Strecke übergeben. Das heißt für die Besitzer, dass bei Stadtfahrten (die unbedingt sein müssen jede Woche!) mit entsprechendem Spucken gerechnet werden muß.

Der vierte und fünfte Gang, soweit vorhanden, erwiesen sich wieder für unseren Wurf als akzeptabel. Dies heißt, dass alle lange Autobahnstrecken gut überstehen werden. Allerdings muß dem Welpen nach spätestens zwei Stunden Fahrt eine Erholungs- und Pinkelpause außerhalb des Autos ermöglicht werden – auch wenn er schläft! Achtung: Bitte bevor Sie die Autotür öffnen den Welpen anleinen. Leider werden jährlich sehr viele Hunde, speziell Welpen, auf der Autobahn überfahren, weil die Besitzer den Hund haben frei laufen lassen.

Beim Autofahren den Hund nicht ansprechen wenn er jault etc., sondern ignorieren. (Gehört mit zum Konditionierungstraining). Alles was Sie später nicht wollen, dürfen Sie jetzt nicht durch Zuwendung (positiv oder negativ) belohnen, denn dann wird der Vierbeiner es immer verstärkter ausüben. Wenn er an dem Beifahrer hoch will, bitte ihn ohne Worte und ansehen mit der Hand zurück in den Fußraum drücken („Du, Schatz, lieber Ehemann, der Himmel ist blau und die Wolken sind weiß“). Sie sind der Rudelboß und bestimmen, ob er zu Ihnen hoch darf oder nicht. Und in diesem Fall darf er nicht, da der Fußraum des Beifahrers der sicherste Ort im Auto z.Zt. ist. Irgendwann wird der Hund sich hinlegen und schlafen. Das dies bei Ihnen recht schnell bei jeder Autofahrt eintritt wünscht Ihnen von Herzen

Ihre Barbara Puhl“

Treffen am 28.7.

Am 27.7. schrieb ich:

„morgen wird die Welt der Kleinen wieder mal erweitert. Dazu bringen Sie bitte Halsband, Leine und ein Fell mit, denn sicher ist sicher...“

Am 28.7. folgte dann folgende Mail:

„ich bin einfach glücklich und dankbar über so einen super Wurf und so klasse Welpenkäufer. Herzlichen Dank für Ihr Mitmachen.

Zunächst war ein kurzes Welpenspiel auf der Terrasse mit den Welpenkäufern angesagt. Dann folgte das Anlegen der Halsbänder. Dass sich dann die Welpen ständig kratzen, ist ganz normal.

Für die, die heute nicht mit im DRK-Altenheim gewesen sind:

Das Autofahrtraining konnte nochmals durch die Hin- und Rückfahrt überprüft werden.

Nelly hat sich nach der Hinfahrt im Altenheim übergeben, so dass alle dies auch mit verfolgen konnten. Schon das sieben mal Würgen mit dem ganzen Körper war für alle gut sichtbar. Zu aller großer Erstaunen fraß dann Nelly auch alles wieder auf. Wime entdeckte, dass es da etwas zu fressen gab und stürzte mit herzu und beteiligte sich.

Nelly: "Das stört mich aber gewaltig, das Halsband, und deshalb muss ich mich kratzen"
Nelly: "Das stört mich aber gewaltig, das Halsband, und deshalb muss ich mich kratzen"

Die Senioren des DRK-Altenheimes waren froh und hoben z.T. einfach die Welpen falsch hoch. Zum Glück konnte jeweils der Besitzer sofort mit eingreifen und den Senioren helfen.

Das Mädchen mit der Hundephobie war so mutig und streichelte nach einiger Zeit doch noch den ein oder anderen Welpen. Am Ende war sie ganz stolz über ihren Fortschritt.

Hanna hatte erst große Angst und zitterte am ganzen Körper. Nach Anweisung kümmerte sich die Besitzerin nicht um das zitternde Etwas und siehe da, nach kurzer Zeit hatte sich Hanna gefangen und tobte auch mit den anderen herum. Hätte sich die Besitzerin drum gekümmert und den „ach so armen Welpen“ gestreichelt, hätte Hanna das in Zukunft immer so gemacht und der Grundstein für einen ängstlichen Welpen wäre gelegt.

Familie Darius mit Hanna im Altenheim (in der Tür: Herr Darius mit schwerstbehindertem Sohn, vorne links Fr. Darius)
Familie Darius mit Hanna im Altenheim (in der Tür: Herr Darius mit schwerstbehindertem Sohn, vorne links Fr. Darius)
Hanna mit dem behinderten Sohn der Eheleute Darius
Hanna mit dem behinderten Sohn der Eheleute Darius

Wime hatte überhaupt nichts mehr von ihrer ersten Ängstlichkeit vor der großen neuen Welt. Sie stolzierte zwischen den fremden Menschen und Gegenständen wie selbstverständlich umher.

Anton kam als erster zum Akzeptanzschlaf – wer sonst! Alle Welpen fanden zur Ruhe und schliefen ein. Wie super gut!!!

Wir konnten auch ein Lied mit den Senioren singen. Als wir dann anfingen zu klatschen, wachte Nelly und Wime wieder auf, wurden sofort raus getragen und machten brav ihren Pinkel auf Befehl ins Gras. Später folgten die anderen Welpen ebenso brav.

Ein Erlebnis hat besonders beeindruckt: Frau Darius legte Hanna auf den Brustkorb ihres schwer mehrfach behinderten Kindes. Hanna blieb super ruhig da liegen, als ob sie spürte, dass sie da nicht herumtoben darf. Das Kind reagierte auf Hanna – ein Lichtblick für die Zukunft! (Toves Besitzer aus Schweinfurt waren ganz glücklich über dieses Miterlebnis).

Trotzdem sei Ihnen allen eine Regel mit auf den zukünftigen Weg gegeben: Der Menschenkopf muß i m m e r einen Kopf höher sein, als der Hundekopf. Es ist eine Dominanzfrage, denn die Hunde im Rudel verhalten sich so, dass, wer den Kopf auf die Schulter des anderen legt, dominiert über ihn. Es sind schon sehr viele Beißereien durch die Nichtbeachtung dieser Regel entstanden.

So kann zumindestens dem Hund auch von Kindern klar gezeigt werden, dass sie über dem Hund in der Hierarchie stehen.

Nach einer knappen Stunde mußten die Senioren zu Tisch und wir verabschiedeten uns. Alle Welpen waren total geschafft.

Alle, die heute mit im Altenheim waren, haben sicher gemerkt, wie die Senioren und das Pflegepersonal beglückt über die Welpen waren. Wie ist es doch leicht, Menschen Freude zu bereiten und dabei selbst noch davon zu profitieren!

Morgen wird Mutter „Tove von der Stellerburg“ nach dem Arztbesuch (letzte Kontrolluntersuchung) wieder mit ihren Leuten nach Schweinfurt fahren. Selina ist einfach nur glücklich, dass sie Tove wieder hat!“

Am Wochenende 3.8. und 4.8.2002 geschah die Welpenübergabe. Davon berichte ich im übernächsten Kapitel: „ Der Abgabetag“.

Es folgen E-Mails zum Zwecke der Anteilgabe an die Welpenkäufer oder deren Fragenbeantwortung.

Herr Dethlefs mit Napoleon im Altenheim
Herr Dethlefs mit Napoleon im Altenheim
Selina mit ihrem Papa und Tove im Altenheim
Selina mit ihrem Papa und Tove im Altenheim
Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal...
Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal...